Straßennamen


Ein wichtiges Anliegen des Kölner Frauengeschichtsvereins ist es, das vielfältige Wirken von Frauen* im Straßenbild stärker sichtbar werden zu lassen.

 

Seidmacherinnengässchen

Schon bei der Vorbereitung des ersten Stadtrundgangs ärgerten sich die beiden Initiatorinnen Irene Franken und Gwen Edith Kiesewalter über den Straßennamen „Unter Seidmacher“ in der Altstadt, der unsichtbar machte, dass diese Arbeit allein von Frauen ausgeführt wurde. Die Seidmacherinnen waren die  bedeutendste der drei Kölner Frauenzünfte, und immerhin war Köln die einzige deutsche Stadt, in der es überhaupt über Jahrhunderte Frauenzünfte gab. Dass diese wirtschaftlich erfolgreichen Meisterinnen unter einer männlichen Berufsbezeichnung „versteckt“ werden konnten, verdeutlicht, wie Frauengeschichte in Vergessenheit gerät – nicht zuletzt durch falsche Bezeichnungen. Bei ihrer ersten Stadtrundfahrt im April 1985 vollzogen die beiden Gästeführerinnen mit einem extra gelayouteten Schild eine symbolische Umbenennung in „Seidmacherinnengässchen“. Wenig später stellten sie einen Antrag an die Bezirksvertretung Innenstadt – mit Erfolg! Im Jahre 1986 wurde die Umbenennung offiziell, und die kleine Gasse bekam ihren neuen Namen.

 

Rheinauhafen

Seitdem reicht der Kölner Frauengeschichtsverein immer wieder Namensvorschläge an die Bezirksregierungen ein, die an Kölnerinnen erinnern, die die Stadtgeschichte mit geprägt haben.

So konnten 2006 im ausgebauten Viertel des Rheinauhafens sechs neue Straßen und Plätze nach bekannten und erfolgreichen Kölnerinnen benannt werden. Sie erinnern an das Allround-Genie Anna Maria von Schürmann, an Maria Clementine Martin, die bekannte Klosterfrau, die den Melissengeist "erfand" bzw. profimäßig vermarktete, an die Verlegerin Katharina Schauberg, die ihrem Mann Geld lieh, damit er sie heiraten konnte und die ihr Erbe, die Druckerei, weiter betrieb, an Anna Schneider, Gründerin des ersten Arbeiterinnenvereins, die für ihr Engagement ins Gefängnis musste, an Laura von Oelbermann, eine millionenschwere Stifterin u.a. für bürgerliche Frauenvereine und an die begnadete Goldschmiedin Elisabeth Treskow.

 


Neuere Benennungen

Eine weitere Straßennamenkampagne des Kölner Frauengeschichtsvereins diente der Würdigung Frieda Fischers, der Mitgründerin und langjährigen Leiterin des Ostasiatischen Museums. Nach einigen Verhandlungen wurde im März 2014 der Weg um den Aachener Weiher – einschließlich der Brücke – nach ihr benannt.

 

In einer aktuell laufenden Initiative geht es um die Architektin Verena Dietrich, die die Brücke im Mediapark konstruierte.

 

Zu den weiteren aktuellen Vorschlägen des Kölner Frauengeschichtsvereins, mit denen bekannte Kölnerinnen in Erinnerung gehalten werden sollen, zählt die Benennung eines Platzes an der Straße am Stavenhof nach der Unterhaltungskünstlerin Grete Fluss.