Erinnern – eine Brücke in die Zukunft 2021

 

Die zentrale Gedenkveranstaltung in der Antoniterkirche ist abgesagt bzw. auf 2022 verschoben, weil wir finden, das Gedenken nicht einsam am Rechner stattfinden soll, sondern als kollektiver performativer Akt. 

 

Es gibt jedoch andere Angebote, die per Stream angeschaut werden können:

 

* 27.01. 12.30 Uhr: Gemeinsame Veranstaltung der Synagogen-Gemeinde Köln, des Katholischen Stadtdekanats und des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region in Verbindung mit dem Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Jawne.  Der Film zu dieser Gedenkstunde wird am 27.1. um 12.30 auf www.kirche-koeln.de veröffentlicht. vgl. auch  www.jawne.de

 

* 27.01. 17.00 Uhr: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück: Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: Livestream  Ravensbrück liest Ravensbrück.

Die Lesung findet erstmals im digitalen Raum zum Live-Mitlesen auf der Videoplattform Zoom statt und ist dem Thema „Sehnsucht“ gewidmet. Außerdem wird sie live auf Youtube gestreamt. ... Die Häftlinge ... Wie und wann erlebten sie Gefühle von Sehnsucht? Worauf haben Häftlinge gehofft? Wir haben Selbstzeugnisse von zahlreichen Überlebenden aus verschiedenen Nationen ausgewählt. Sie sprechen von Selbsterhaltung und Widerstand, von „Träume[n] ohne Ende“ – wie in dem titelgebendem Gedicht der Überlebenden von Auschwitz- und Ravensbrück Batsheva Dagan – und Verzweiflung. Er noch mitlesen will: Email  bis zum 25.01.2021 an bettwieser@ravensbrueck.de, damit sie den Text zusenden kann.  Der Livestream wird auf dem Youtube-Kanal der Gedenkstätte Ravensbrück übertragen: Ravensbrück Memorial Museum - YouTube .

 

* 27.01. Marina Weisband über das Gedenken an die Schoa und die Generation der Nachgeborenen

 

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/neue-formen-des-erinnerns/

 

* 26.01. 18.00 Uhr: „Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt“. Imre Kertesz Gedanken zum Holocaust. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - Online-Vortrag und Gespräch der Melanchthon-Akademie.  Anmeldung zur Online-Veranstaltung unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder 0221.931803-0 bis zum 25.1. 

„Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt", dieser Titel einer Essaysammlung von Imre Kertesz, 1993 erschienen, ruft auch in den Leser*innen eine unerwartete meditative Stimmung hervor. In den Moment der Stille sammeln sich vielstimmige Gedanken zum Holocaust. Imre Kertesz will dazu anregen, ihn als eine Art Kultur zu verstehen, aus der moralische Werte entstehen, während die meisten Zeitgenossen, aber auch viele Überlebende, ihn nur als ein das Denken und Fühlen überwältigendes Ereignis verstehen können. Der Referent, Prof. Daniel Hoffmann, hat sich in seinem 2007 veröffentlichten Buch "Lebensspuren meines Vaters. Eine Rekonstruktion aus dem Holocaust" selbst mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Neben seinem Vortrag gibt es Raum für Diskussionen.

 

* 25.01. 12.15 Uhr: Übertragung einer Diskussionsrunde aus der Gedenkstätte Ravensbrück zum Thema „Im Namen der Opfer – Erinnerungskultur in Deutschland“. Gesprächspartner*inenn: Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus; Prof. Michael Brenner, Historiker für jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilian-Universität München.

Die Sendung wird am Nachmittag des gleichen Tages im Casino der ehemaligen SS-Kommandantur aufgezeichnet. Moderatorin Michaela Kloster.

Bevor die Diskussionsrunde beginnt, wird Gedenkstättenleiterin Andrea Genest bei einem kurzen Rundgang die Gedenkstätte vorstellen.  TV-Sender „Phoenix“ Sendung „Unter den Linden“.

 

 

* 24. 01. 12:00 Uhr:  Dass Auschwitz nicht noch einmal sei. Das zweite Leben nach dem Überleben. Livestream

Lesung – Film – Gespräch

- Esther Bejarano, Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück und Éva Fahidi-Pusztai, Überlebende der KZ Auschwitz und Buchenwald
berichten zum Abschluss vom Tag ihrer Befreiung im Mai 1945.

- Sylvia Wempner, Schauspielerin - Rolf Becker, Schauspieler und Gewerkschafter (Lesung)

- Eva Stocker, Budapest und Bern, Regisseurin - Dokumentarfilm-Trilogie „Das zweite Leben“ (noch unvollendet), Teil 1: „Der Krieg gegen die Juden“, (2020/2021). Eva Stocker weiß nicht, wer sie wirklich ist, sie wuchs bei ungarischen Adoptiveltern auf. Ein zufällig entdeckter Zettel in einem Schuhkarton wurde Jahrzehnte später zu ihrer Motivation für den Film: Denn Eva Stocker wurde als Säugling aus einem der Deportationszüge gereicht, die nach Auschwitz fuhren. Ein Bahnbeamter nahm sie entgegen und rettete so ihr Leben.  www.auschwitz-komitee.de/januar2021 Anmeldung nicht erforderlich, Rückfragen an: kontakt@auschwitz-komitee.de

 

* 24.01. 16 bis 17.30 Uhr Lifestream-Veranstaltung auf www.zentrum-weissenburg.de anlässlich des Auschwitz-Gedenktags 2021 und zum neuen Buch:  Erinnern in Auschwitz–auch an sexuelle Minderheiten. Buchvorstellung und Gespräch mit Dr. AnnaHájková (Großbritannien) und Dr. Lutzvan Dijk (Südafrika). Die Veranstaltung wird unterstützt von: Bildungszentrum und Archiv zur Frauengeschichte Baden-Württembergs, Buchladen Erlkönig,Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Internetprojekt www.der-liebe-wegen.orgund Vereinigung der Verfolgten des NaziregimesBund der Antifaschisten (VVN-BdA) Stuttgart 

 

* jederzeit: Digitales Angebot „Die Befreiung des KZ Dachau" https://diebefreiung.br.de/


 * jederzeit:  Konzert mit Igor Levitt 55 Minuten  https://www.youtube.com/watch?v=JXsRqDi1hek

Gedenkstunde für die Opfer  des Nationalsozialismus, Mittwoch 27.1.2021 

Wie in jedem Jahr beteiligt sich der Kölner Frauengeschichtsverein an der zentralen Kölner Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Wir gedenken dabei der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und der Millionen Opfer des Nationalsozialismus.

In diesem Jahr steht das Thema Gesundheitswesen im NS zentral, besonders die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur. Grundlegend für sie waren Hitlers Ausführungen in „Mein Kampf“: „Der Staat muss Sorge tragen, dass nur, wer gesund ist, Kinder zeugen darf. Umgekehrt aber muss es als verwerflich gelten, gesunde Kinder dem Staat vorzuenthalten.“ (1925). Im Kölner Gesundheitsamt, dem ersten Deutschlands, stellte der Eugeniker Dr. Carl Coerper schon vor 1933 die Weichen für die Gedanken der Auslese und Ausmerze. Am Beispiel der Zwangssterilisierungen, der medizinischen Versorgung von Zwangsarbeiter:innen und des Schicksals einer jüdischen  Ärztin, die aufgrund ihres Mutes der geplante Ermordung entgehen konnte, wird die Einführung einer gespaltenen Medizinversorgung deutlich: Alle Zuwendung den 'erbgesunden' Arierinnen, Sterilisierung für die 'Erbkranken' der eigenen 'Rasse'; Entzug der medizinischen Versorgung für Juden/Jüdinnen sowie Romnja/Sintezze und Gewährung von medizinischer Hilfe an Zwangsarbeiter:innen, soweit es für den Erhalt der Arbeit nötig war. 

 

Download Flugblatt

 

Beginn: 18.00 Uhr Beginn Antoniterkirche Schildergasse

Grußwort: Oberbürgermeisterin Henriette Reker (angefragt)

Textcollage der Projektgruppe Gedenktag, gesprochen von Maria Ammann; Markus Andreas Klauk; Doris Plenert

Musik: Komponistin Anna Lindbloom; Robert Faust 

Anschließend Mahngang zum Gesundheitsamt am Neumarkt; es spricht der Historiker Thomas Deres

Unter den Bedingungen von Corona ist derzeit eine hybride (gemischte) Veranstaltung von Anwesenheit und Teilnahme via live-Stream, geplant, ggf. auch eine Übertragung auf den Vorplatz der Kirche. Anmeldung erforderlich mit dem Hinweis „persönliche Teilnahme gewünscht“ oder „Teilnahme am Livestream gewünscht“ über www.antonitercitykirche.de oder Tel. 0221 / 92 58 46-0.


Erinnern – eine Brücke in die Zukunft 2020

In diesem Jahr stehen drei Frauen im Fokus: Die Kölner Widerstandskämpferin und kommunistische Arbeiterin Gertrud Hamacher, die in Köln geborene KZ-Ärztin Herta Oberheuser und die als Jüdin verfolgte Müngersdorferin Renée Duering. 

Antoniterkirche, 27. Januar 18 Uhr; anschließend Mahngang zur Stele der in Köln geborenen Freya Deichmann, verh. von Moltke, die mit ihrem Mann subversiv an der Neuordnung nach der Diktatur arbeitete und ihren Mann durch Hinrichtung verlor.