10. November 2020 : Ina Hoerner-Theodor: Zwischen Schweigen und Schippen

Frauen übernehmen die Versorgung
Frauen übernehmen die Versorgung

Frauen erlebten die Zeit zwischen Diktatur, Kriegsende und Wiederaufbau sehr unterschiedlich. Durch mühsame Reproduktionsarbeit sicherten sie das Überleben in der zerstörten Stadt. Frauenausschüsse in Köln entwickelten rudimentäre Ansätze von politischer Partizipation. Aber die Not der Nachkriegszeit überlagerte die Erinnerung an die zwölf Jahre Nationalsozialismus, so dass sich auch Täterinnen als Opfer sehen konnten.  Einige Fragen sind: Wie nahmen Besatzungsmacht und Journalist*innen diese Ambivalenz wahr? Welche Relevanz hatten die „Trümmerfrauen“?  Warum kam es trotz der Stärke und immensen Leistungen der Frauen so bald zu einer Restauration der tradierten Geschlechterverhältnisse?
Ina Hoerner-Theodor war 40 Jahre in der Erwachsenenbildung tätig, sie hat mehrere Schriften zu frauen- und lokalgeschichtlichen Themen veröffentlicht. Als links-feministische Aktivistin hält sie Vorträge und führt historische Stadtrundgänge zu frauengeschichtlichen Themen durch.

Vortrag am Dienstag, 10. November 2020 - 19:00 Uhr  VHS, Studienhaus, Cäcilienstraße/Josef-Haubrich-Hof . Coronabedingt ist die Platzzahl begrenzt, Anmeldung erbeten unter vhs-gesellschaft@stadt-koeln.de


6. November 2020 : Irene Franken: Emma Goldman - Stationen einer Freiheitsliebenden

Emma Goldmann -  Grafik von Sabine K. aus Berlin
Emma Goldmann - Grafik von Sabine K. aus Berlin

Emma Goldman (1869 -1940) war eine rebellische jüdische Atheistin und ist bis heute eine der bekanntesten Anarchistinnen. In der Hoffnung, harter Fabrikarbeit in der russischen Heimat zu entfliehen, wanderte sie 17jährig in die USA aus, wo sie es nicht besser antraf.  Sie radikalisierte sich, befürwortete in der frühen Exilzeit Gewalt als Mittel des politischen Kampfes gegen Unterdrückung und kam wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ ins Gefängnis. Später machte sie eine Kehrtwende zum Antimilitarismus und Pazifismus. Über Jahre kämpfte Emma Goldman auf ermüdenden Vortragsreisen durch die ganze USA für Redefreiheit und anarchistische Utopien. Sie vertrat feministische Positionen, u.a. die Aufhebung des Abtreibungsverbots und propagierte Geburtenkontrolle sowie freie Liebe - unabhängig von der sexuellen Orientierung. Sie positionierte sich aber gegen bürgerliche Frauenwahlrechtskämpferinnen, da sie die reine Gleichstellung der Frau mit dem Mann in einem hierarchischen System ablehnte. Und sie kam in ihrem Gefühlsleben häufig in Konflikte mit den eigenen Ansprüchen. Sie wurde häufig verhaftet, zuletzt im Ersten Weltkrieg wegen „Verschwörung zur Verhinderung der Einberufung zur Armee“.  1919 wurde sie aus den USA ausgewiesen. Zwangsweise in der Sowjetunion gelandet wurde Goldman zu einer vehementen Kritikerin des jungen Systems. Wieder musste sie auswandern und neue Exilländer finden, die sie aufnahmen. Wenig bekannt ist ihr Engagement für den Spanischen Bürgerkrieg gegen Lebensende.
Irene Franken ist - zusammen mit Gwen Edith Kiesewalter - Gründerin des Kölner Frauengeschichtsvereins, sie hat mehrere Publikationen zu frauen- und lokalgeschichtlichen Themen veröffentlicht und führt historische Stadtrundgänge zu frauengeschichtlichen Themen durch.

Vortrag am Mittwoch, 06. November 2020 - 19:30 Uhr  im Friedensbildungswerk , Obenmarspforten 7-11. Coronabedingt ist die Platzzahl begrenzt, Anmeldung mit Daten erbeten unter info@frauengeschichtsverein.de,  Stichwort Krönchen


27. Oktober 2020 : Ina Hoerner-Theodor: Die Frauen um Karl Marx - Vortrag

Jenny von Westfalen als junge Frau (um 1835). Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)
Jenny von Westfalen als junge Frau (um 1835). Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Jenseits der Würdigung der bahnbrechenden Werke von Karl Marx ist die Kritik der feministischen Geschichtsforschung an Theorie und Leben des Denkers von großer Bedeutung.

 

Jenny v. Westphalen hatte als Partnerin, politische Gefährtin und „Geschäftsführerin“ entscheidenden Anteil am geistigen Vermächtnis ihres Mannes. Helene Demuth sorgte für das (Über-)Leben der Familie. Die Töchter Jenny, Laura und Eleanor traten in die Fußstapfen ihrer Eltern und lebten mit Männern der sozialistischen Bewegung. Nur die Jüngste öffnete sich der „Frauenfrage“, die ihre Mutter nicht sehen konnte.

Ina Hoerner-Theodor war 40 Jahre in der Erwachsenenbildung tätig, sie hat mehrere Schriften zu frauen- und lokalgeschichtlichen Themen veröffentlicht. Als links-feministische Aktivistin hält sie Vorträge und führt historische Stadtrundgänge zu frauengeschichtlichen Themen durch.

 Vortrag am Dienstag, den 27.10. , 19 Uhr VHS, Studienhaus, Cäcilienstraße/Josef-Haubrich-Hof.  Coronabedingt ist die Platzzahl begrenzt, Anmeldung erbeten unter vhs-gesellschaft@stadt-koeln.de


3. September 2020: Die feministisches Bewegung in Argentinien ... - und was wir von ihr lernen können

Vortrag der Argentinienexpertin Alex Wischnewski

Kaum ein*e anderer*e soziale*r Akteur*in hat in den letzten Jahren weltweit für so viel Aufsehen gesorgt, wie die feministische Bewegung in Argentinien: Sie versammelte immer wieder Hunderttausende hinter radikalen und antikapitalistischen Forderungen und inspirierte feministische Kämpfe in einer Vielzahl von lateinamerikanischen Ländern. Durch diese Kraft kommt heute in Argentinien kaum jemand am Feminismus vorbei - auch nicht die neue Mitte-Links-Regierung, die nicht nur Themen aufgreift, sondern auch feministische Akteurinnen einbindet. Das stellt eine Bewegung, deren Stärke auf der Straße liegt, vor Herausforderungen - mehr noch, da die horrende Staatsverschuldung und die seit Mitte März bestehende Ausgangssperre aufgrund von Corona die Handlungsspielräume auf beiden Seiten begrenzen.

Wie bewegt sich die Bewegung derzeit in diesen Widersprüchen? Was können wir davon lernen? - Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Gesprächskreises Sülz-Klettenberg, des Allerweltshauses und des Kölner Frauengeschichtsvereins

 

Alex Wischnewski ist vom Standort Buenos Aires aus Referentin der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu transnationalen feministischen Bewegungen. Sie hat das Netzwerk Care Revolution mitbegründet und ist aktiv in der Partei Die LINKE.

 

Ort:Allerweltshaus, Körnerstraße 77-79, großer Saal

Zeit: 19 bis 21.30 Uhr Durch die Pandemie-Auflagen ist die Zahl der Teilnehmenden sehr beschränkt. Teilnahme ist daher nur nach Anmeldung möglich - Anmeldung unter post@rls-nrw.de .

 

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist im Internet auf den Webseiten der RLS-NRW https://nrw.rosalux.de/ und des Gesprächskreises Sülz-Klettenberg http://rosalux-suelzklettenberg.de/ abrufbar !!


4. März 2020 : Ina Hoerner-Theodor: Frauen zwischen Schweigen und Schippen

Frauen übernehmen die Versorgung
Frauen übernehmen die Versorgung

Frauen erlebten die Zeit zwischen Diktatur, Kriegsende und Wiederaufbau sehr unterschiedlich. Durch mühsame Reproduktionsarbeit sicherten sie das Überleben in der zerstörten Stadt. Frauenausschüsse in Köln entwickelten rudimentäre Ansätze von politischer Partizipation. Aber die Not der Nachkriegszeit überlagerte die Erinnerung an die zwölf Jahre Nationalsozialismus, so dass sich auch Täterinnen als Opfer sehen konnten.  Einige Fragen sind: Wie nahmen Besatzungsmacht und Journalist*innen diese Ambivalenz wahr? Welche Relevanz hatten die „Trümmerfrauen“?  Warum kam es trotz der Stärke und immensen Leistungen der Frauen so bald zu einer Restauration der tradierten Geschlechterverhältnisse?
Ina Hoerner-Theodor war 40 Jahre in der Erwachsenenbildung tätig, sie hat mehrere Schriften zu frauen- und lokalgeschichtlichen Themen veröffentlicht. Als links-feministische Aktivistin hält sie Vorträge und führt historische Stadtrundgänge zu frauengeschichtlichen Themen durch.

Vortrag im Friedensbildungswerk