Wir über uns


Wir machen Frauengeschichte(n)...

Im Herbst 1984 entstand die Idee, frauengeschichtliche Führungen anzubieten. Im April 1985 starteten die Diplom-Pädagogin Gwen Edith Kiesewalter und die Historikerin Irene Franken mit einem ganztägigen Rundgang zur Frauengeschichte – und hatten einen durchschlagenden Erfolg. Die anhaltende Resonanz zeigt, dass das Bedürfnis nach Informationen über die ‚weibliche‘ Seite der Geschichte groß war – und ist. Damit gehört der Kölner Frauengeschichtsverein neben wenigen Kolleginnen in anderen Städten zu den Vorreiterinnen in Deutschland. Von Anfang an kamen Frauen von nah und fern. Um uns einen institutionellen Rahmen zu geben, gründeten wir im Mai 1986 den Kölner Frauengeschichtsverein.  Seitdem setzen sich die aktiven Mitfrauen dafür ein, dass die Geschichte der Frauen nicht in Vergessenheit gerät. Dies geschieht bei Stadtrundgängen, Gesprächen mit Schulklassen, in Form von Publikationen, Vorträgen und durch Vorschläge für Straßenbenennungen.

 

... erlebbar

Ein wichtiges Anliegen ist es, den Teilnehmerinnen einen persönlichen Zugang zur Geschichte zu vermitteln und dabei einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Wir zeigen, wie Frauen in der Kölner Geschichte gelebt, Kultur geschaffen, geliebt und gearbeitet haben. Alltag ist bei uns eine wichtige Kategorie. Dabei stellen wir historische Frauen weder als starke Heldinnen noch als hilflose Opfer dar, sondern fächern die Vielfalt ihrer Lebensformen auf. Manche können auch heute noch Vorbilder für uns sein. Weiter wollen wir in Köln lebenden Frauen einen Frauen bezogenen Zugang zu ihrer Stadt bieten und auf ein breites Spektrum an Vorfahrerinnen verweisen, damit sie sich hier zu Hause fühlen können.

 

... erfahrbar

Mittlerweile bieten unsere engagierten Stadtführerinnen ca. 40 verschiedene Führungen, Exkursionen, Filme und Vorträge an. Einen Höhepunkt in der Programmpalette stellen seit 1998 die frauengeschichtlichen Rheinfahrten dar. Jährlich organisieren wir an die 200 Veranstaltungen. Viele Touren werden auch von Gruppen gebucht. Zu unseren KundInnen gehören Frauengruppen und Freundeskreise aus Köln und Umgebung, Gleichstellungsbeauftragte und VHS-Leiterinnen sowie KollegInnen, die einen Betriebsausflug unternehmen möchten. Darüber hinaus kommen verschiedenste Initiativen und Institutionen aus ganz Deutschland zu uns wie z. B. der Deutsche Frauenring, die Goethe-Gesellschaft, Gewerkschaften oder interreligiöse Frauengruppen.

 

... sichtbar

Zum Sichtbarmachen der Frauengeschichte gehört die Verankerung von Frauennamen im Straßenbild. Dank unserer Initiative werden in Köln immer wieder Straßen nach Frauen benannt. Ein erster Erfolg war die Umbenennung des ehemaligen Gässchens Unter Seidmacher in Seidmacherinnengässchen – eine Erinnerung an die weltweit einmaligen Frauenzünfte. Auch im neu errichteten Rheinauhafen wurden auf unsere Initiative hin sechs Straßen und Plätze nach bekannten Kölnerinnen benannt werden.

 

... lesbar

Der Kölner Frauengeschichtsverein bringt regelmäßig Publikationen heraus, zuletzt „Frauen in Köln“ von Irene Franken. Darin sind viele Kölnerinnen zu finden, nach denen Straßen benannt wurden. Weitere Mitarbeiterinnen des Vereins haben Bücher, Aufsätze und Broschüren verfasst oder herausgegeben. Politische und kulturelle Veranstaltungen ergänzen das Führungsprogramm. In Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen beteiligen wir uns an zahlreichen übergreifenden Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals, dem Internationalen Frauentag oder dem CSD.

 

... archivierbar

Neben der Erforschung und Vermittlung ist uns die Archivierung und Dokumentierung der Kölner Frauengeschichte ein wichtiges Anliegen. Unser stetig wachsender Sammlungsbestand beinhaltet originäre Dokumente der neueren Kölner Frauenbewegung und steht ForscherInnen zur Verfügung (Glücklicherweise hatten wir dieses Archivgut noch nicht – wie zunächst geplant – dem Historischen Archiv der Stadt Köln übergeben…).

 

... analysierbar

Wir zeigen, wie Frauen in der Kölner Geschichte gelebt, Kultur geschaffen, geliebt und gearbeitet haben. Alltag ist bei uns eine wichtige Kategorie der historischen Analyse. Basis unserer Arbeit ist ein feministischer Ansatz, der die aktuellen Entwicklungen des Geschlechterdiskurses in eine kritische historische Analyse der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten einbezieht. 

Dabei achten wir darauf, stereotype Geschichtsklitterungen zu dekonstruieren, die historische Frauen eindimensional entweder als starke Heldinnen oder als hilflose Opfer darstellen. Unser Anliegen ist es, die Vielfalt der historischen Lebensformen von Frauen nachzuzeichnen. 

Der Geschichte des lesbischen Begehrens widmen wir uns seit 2001 in stadtgeschichtlichen Rundgängen.

Mit den Jahren und im Zuge der Entwicklung des Geschlechterdiskurses von den Women Studies hin zu den Gender Studies, öffneten wir unsere Angebote immer mehr auch für Männer, auch wenn wir unseren Fokus bis heute auf Frauengeschichte, weniger auf Geschlechtergeschichte richten. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr an Köln interessierte Männer* sich intensiv mit der Geschichte von Frauen auseinandersetzen möchten. 

Trotz dieses kleinsten gemeinsamen Nenners des feministischen Ansatzes, vertreten wir einen methodischen und geschlechtertheoretischen Pluralismus, der es jeder Stadtführerin selbst überlässt, ihre jeweilige Perspektive deutlich zu machen und ggf. mit den Teilnehmer*innen zu diskutieren. 

 

... adressierbar

Mit den Jahren und im Zuge der Entwicklung des Geschlechterdiskurses von den Women Studies hin zu den Gender Studies, öffneten wir unsere Angebote immer mehr auch für Männer, auch wenn wir unseren Fokus bis heute auf Frauengeschichte, weniger auf Geschlechtergeschichte richten. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr an Köln interessierte Männer* sich intensiv mit der Geschichte von Frauen auseinandersetzen möchten.  

Der Streit über eine gendergerechte Sprache schlägt derzeit wieder hohe Wellen. Wir haben uns entschieden, keine einheitliche Sprachregel zu verwenden, sondern je nach Adressierung unterschiedliche Schreibweisen zu benutzen. Nur selten verwenden wir eine geschlechtsneutrale Schreibweise, weil wir der Meinung sind, dass Geschlecht zählt und erzählt werden sollte. 

Wir sind die Plattform für Frauengeschichte in Köln!